Deutsche Vereinigung für Erbrecht
und Vermögensnachfolge e. V.
Wir machen Erbrecht.
  • Erbrechtliche Experten vor Ort finden.
  • Hier schreiben Erbrechtler.

Abzug von Nachlassverbindlichkeiten

Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer ist die Bereicherung des Erben. Diese ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem angefallenen Vermögen abzüglich der Nachlassverbindlichkeiten. Nachlassverbindlichkeiten sind

  • die Erblasserschulden,
  • die Erbfallschulden und
  • sonstige Nachlassverbindlichkeiten.

Nicht abzugsfähige Verbindlichkeiten sind u.a. die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses, die vom Erwerber selbst zu entrichtende Erbschaftsteuer und Auflagen, die dem Beschwerten selbst zugute kommen.

Erblasserschulden

Vom Nachlassvermögen abzuziehen sind zunächst die Schulden des Erblassers. Dazu gehören beispielsweise Darlehensverbindlichkeiten oder Steuerschulden des Erblassers oder Unterhaltsansprüche des geschiedenen Ehegatten.

Tipp:

  • Zu den abzugsfähigen Schulden gehört auch der Zugewinnausgleich des überlebenden Ehegatten, wenn dieser nicht Erbe oder Vermächtnisnehmer ist.

Erbfallschulden

Erbfallschulden sind Schulden, die durch den Erbfall selbst verursacht wurden. In Betracht kommen insbesondere Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Auflagen, geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen.

Tipp:

  • Die einvernehmliche Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen durch die Kinder kann beim Berliner Testament dazu führen, Erbschaftsteuer zu sparen. Die Kinder können dann ihren Pflichtteil in Höhe der Freibeträge steuerfrei erwerben, der überlebende Ehegatte kann die Pflichtteile bei seinem Erwerb steuermindernd abziehen.

Sonstige Nachlassverbindlichkeiten

Schließlich sind als sonstige Nachlassverbindlichkeiten die Bestattungskosten, die Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal, die Kosten für die übliche Grabpflege und die unmittelbar durch die Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehenden Kosten (z.B. Kosten der Eröffnung des Testaments, Gerichts- und Notarkosten) abzugsfähig. Für diese Kosten ist ein pauschaler Abzug von 10.300 Euro möglich.

Nicht abzugsfähig sind die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses. In Betracht kommen z.B. die Kosten einer Dauertestamentsvollstreckung oder die Kosten für die Instandhaltung einer ererbten Immobilie.