Deutsche Vereinigung für Erbrecht
und Vermögensnachfolge e. V.
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Pflichtteil

Wenn Sie ein Testament errichten, sollten Sie unbedingt Pflichtteilsansprüche Ihres Ehegatten und Ihrer Verwandten berücksichtigen.

Gesetzlich ist Ihnen das Recht eingeräumt, nach Ihrem Belieben Verfügungen über Ihr Vermögen nach dem Tod zu treffen. Sie können durch Testament oder Erbvertrag den oder die Erben bestimmen, aber auch Ihren Ehegatten oder Verwandte von der Erbfolge ausschließen. Diese Testierfreiheit wird allerdings beschränkt durch den sogenannten Pflichtteil, mit dem das Gesetz Ihren nächsten Familienangehörigen einen Mindestanteil am hinterlassenen Vermögen garantieren will.

Mindestbeteiligung am Nachlass

Tipp:

  • Wenn Sie von der gesetzlichen Erbfolge durch ein Testament oder einen Erbvertrag abweichen wollen, müssen Sie immer etwaige Pflichtteilsansprüche, also die gesetzlich garantierte Mindestbeteiligung Ihres Ehegatten und Ihrer nächsten Verwandten berücksichtigen. Den Pflichtteilsanspruch können Sie den Pflichtteilsberechtigten nur in wenigen Ausnahmefällen entziehen.

Und damit Sie das Pflichtteilsrecht zu Lebzeiten nicht umgehen, räumt das Gesetz den Pflichtteilsberechtigten den sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruch ein, wenn Sie zu Lebzeiten (innerhalb von 10 Jahren vor Ihrem Tod) Schenkungen gemacht haben.

Geldanspruch

Das Pflichtteilsrecht ist nicht identisch mit dem Erbrecht. Der Pflichtteilsberechtigte ist nicht wie der Erbe am Nachlass beteiligt; ihm steht nur ein Geldanspruch in Höhe seines Pflichtteilsanspruchs gegen die Erben zu.

Pflichtteilsberechtigte Personen

Der Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen ist gesetzlich festgelegt.

Pflichtteilsberechtigte

Zu den Pflichtteilsberechtigten zählen nur Ihre nächsten Familienangehörigen, das sind

  • Ihre Abkömmlinge (Kinder, Enkel, Urenkel); auch nichteheliche und adoptierte Kinder, soweit sie erbberechtigt sind;
  • Ihre Eltern,
  • Ihr Ehegatte, es sei denn, dass beim Erbfall die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte.

Ihre entfernteren Abkömmlingen und Ihre Eltern sind insoweit nicht pflichtteilsberechtigt, als noch nähere Abkömmlinge vorhanden sind.

Beispiel: Ihre pflichtteilsberechtigten Kinder schließen Ihre Enkel und Ihre Eltern vom Pflichtteilsrecht aus.

Nicht pflichtteilsberechtigte Personen

Nicht pflichtteilsberechtigt sind Ihre entfernteren Verwandten, insbesondere Ihre Geschwister, Onkel, Tanten, Neffen und Nichten. Auch dem nichtehelichen Lebenspartner steht kein Pflichtteil zu.