Deutsche Vereinigung für Erbrecht
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Nachlassplanung für individuelle Lebenssituationen

Für die richtige Nachlassplanung gibt es kein Patentrezept. Jeder Fall liegt anders. Praktisch haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihr Vermögen bzw. einzelne Vermögensteile zu übertragen. Grundlage für die richtige Entscheidung sind immer Ihre jeweiligen individuellen Lebensumstände und Ihre persönlichen Wünsche. Gleichwohl können für typische Vermögens- und Familienverhältnisse gängige Lösungen aufgezeigt, bewertet und Gestaltungsmodelle vorgestellt werden.

Versorgung des Ehegatten – Überblick

Die Versorgung des überlebenden Ehegatten dürfte in den meisten Fällen von vorrangigem Interesse sein. Sie kann durch Vermögensübertragung zu Lebzeiten oder im Wege des Erbrechts erfolgen.

Vermögensübertragung zu Lebzeiten

Verfügt ein Ehegatte über ein großes Vermögen, kann es unter erbschaftssteuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll sein, bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte auf den anderen Ehegatten zu übertragen, um so die erbschaftssteuerlichen Freibeträge optimal auszunutzen.

Ob im Regelfall, also bei normalen Einkommens- und Vermögensverhältnissen, zur Versorgung des Ehegatten lebzeitige Verfügungen sinnvoll sind, hängt von den persönlichen Umständen ab. Aus erbschaftssteuerlich Sicht dürften sie bei den dem Ehegatten zustehenden hohen persönlichen Freibeträgen nicht geboten sein. Zu beachten ist auch, dass Zuwendungen an den Ehegatten Pflichtteilsergänzungsansprüche zur Folge haben können.

Lebensversicherung

Die wirtschaftliche Versorgung Ihres Ehegatten können Sie insbesondere auch durch eine Lebensversicherung gewährleisten. Dabei handelt es sich um eine Vermögensübertragung unter Lebenden auf den Todesfall, die zur Folge hat, dass der Vermögenswert (in diesem Fall die Versicherungssumme) zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht in den Nachlass fällt. Damit können Sie auch Pflichtteilsansprüche Ihrer Kinder mindern.

Beachten Sie, dass die fällige Lebensversicherung, die an den Bezugsberechtigten ausgezahlt wird, der Erbschaftsteuer unterliegt. Keine Erbschaftsteuer fällt an, wenn der Versicherungsnehmer gleichzeitig die bezugsberechtigte Person und der Beitragszahler ist, ein Dritter aber die versicherte Person.

Ehegatte ist gesetzlicher Erbe

Der Ehegatte gehört zu den gesetzlichen Erben. Er erbt bei der Zugewinngemeinschaft, den pauschalierten Zugewinnausgleich eingeschlossen,

  • neben Erben der ersten Ordnung die Hälfte des Nachlasses,
  • neben Erben der zweiten Ordnung drei Viertel des Nachlasses.
  • Konkurriert der überlebende Ehegatte ausschließlich mit Erben der dritten Ordnung (also Großeltern und deren Abkömmlinge), so erhält er den ganzen Nachlass, es sei denn, einzelne Großelternteile würden noch leben.

Verfügungen durch Testament

Wollen Sie Ihren Ehegatten abweichend von der gesetzlichen Erbfolge versorgen, müssen Sie ein Testament errichten. Als Gestaltungsmodelle kommen insbesondere das gemeinschaftliche Testament ohne Einsetzung von Schlusserben, das Berliner Testament, die Vor- und Nacherbfolge oder die Zuwendung eines Vermächtnisses in Betracht.