Deutsche Vereinigung für Erbrecht
und Vermögensnachfolge e. V.
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Familienrechtliche Anordnungen

Mit einer Verfügung von Todes wegen können Sie als Erblasser auch verschiedene familienrechtliche Anordnungen mit erbrechtlicher Wirkung zu treffen. In Betracht kommen insbesondere der Entzug des elterlichen Vermögensverwaltungsrechts und die Benennung eines Vormunds.

Entziehung des elterlichen Vermögensverwaltungsrechts

Die elterliche Sorge umfasst auch die Vermögenssorge. Diese umfasst alle Maßnahmen, die der Erhaltung, Vermehrung und Verwertung des Vermögens des Kindes dienen.

Als Erblasser können Sie das elterliche Vermögensrecht für Vermögensteile ausschließen, die aus Ihrem Nachlass stammen. Wenn Sie das Vermögenssorgerecht nur einem Elternteil entzogen haben, so verwaltet automatisch der andere Elternteil das Vermögen. Wenn Sie das Verwaltungsrecht für beide Elternteile ausschließen, muss ein Ergänzungspfleger eingesetzt werden. Die Person des Pflegers können Sie in Ihrer Verfügung von Todes wegen bestimmen.

Musterformulierung

Den Eltern meines minderjährigen Enkelkindes ………… entziehe ich das Vermögensverwaltungsrecht bezüglich aller Vermögensgegenstände, die es von mir von Todes wegen erwirbt.
Als Pfleger zur Ausübung des Verwaltungsrechts bestimme ich …………

Benennung eines Vormunds

Werden durch den Erbfall (z.B. durch einen Verkehrsunfall der Eltern) minderjährige Kinder elternlos, so erhält ein minderjähriges Kind einen Vormund. Die Eltern haben die Möglichkeit, durch Verfügung von Todes wegen den Vormund zu benennen.

Musterformulierung

Hiermit benennen wir, falls unser minderjähriger Sohn ………… nach unserem Tod ohne gesetzlichen Vertreter ist, meine Schwester ………… als Vormund. Für den Fall, dass sie zur Übernahme der Vormundschaft nicht bereits oder nicht in der Lage sein sollte, bestimmen wir in zweiter Linie meinen Bruder ………… zum Vormund.

Übernahme der Vormundschaft

Der (auf Wunsch der Eltern) durch das Familiengericht bestimmte Vormund ist grundsätzlich verpflichtet, die Vormundschaft zu übernehmen, soweit kein Ablehnungsgrund besteht. Die Übernahme einer Vormundschaft kann unter anderem ablehnen

  • ein Elternteil, welcher zwei oder mehr noch nicht schulpflichtige Kinder überwiegend betreut oder glaubhaft macht, dass die ihm obliegende Fürsorge für die Familie die Ausübung des Amts besonders erschwert,
  • wer das 60. Lebensjahr vollendet hat,
  • wer durch Krankheit oder Gebrechen verhindert ist, die Vormundschaft ordnungsgemäß zu führen.

Negative Bestellung

Die Eltern haben nicht nur das Recht, einen Vormund zu benennen, sie können auch verfügen, wer zum Vormund nicht bestellt werden soll. Haben die Eltern einander widersprechende Anordnungen getroffen, so gilt die Anordnung des zuletzt verstorbenen Elternteils.