Deutsche Vereinigung für Erbrecht
und Vermögensnachfolge e. V.
Wir machen Erbrecht.
  • Erbrechtliche Experten vor Ort finden.
  • Hier schreiben Erbrechtler.

Bestattungskosten

„Nichts ist umsonst, noch nicht einmal der Tod“, heißt es im Volksmund. Tatsächlich geht eine Beerdigung richtig ins Geld. Schon eine „einfache Beerdigung“ kostet bis zu 4.000 Euro. Im Schnitt schlagen die Begräbniskosten mit 5.000 Euro zu Buche. Aber auch 10.000 Euro und mehr sind schnell ausgegeben. Die Kosten variieren je nach Bestattungsart, Ausführung und Region. Im Einzelnen fallen für folgende Leistungen Kosten an:

  • Kosten für den Bestattungsunternehmer,
  • Kosten für kommunale Abgaben (Grabnutzungs- und Bestattungsgebühren) und
  • Kosten für die Grabpflege.

Weitere private Kosten entstehen insbesondere für Trauerkleidung, die Todesanzeige, Blumen und Kränze sowie für die Bewirtung der Trauergäste.

Übernahme der Bestattungskosten durch Erben

Kraft Gesetzes haben die Erben die Kosten der Beerdigung zu übernehmen, und zwar unabhängig davon, wer die Beerdigung zu veranlassen hat. Die Erben sind zur Zahlung der Bestattungskosten also auch dann verpflichtet, wenn die nicht erbenden Angehörigen die Bestattung bestimmen und andere Personen sie durchführen. Für die entsprechenden Kosten haftet der Nachlass des Verstorbenen. In seinem Testament kann der Erblasser auch einen Miterben oder einen Vermächtnisnehmer verpflichten, die Kosten der Bestattung zu tragen.

Schlagen alle Erben die Erbschaft aus, gilt der Anfall der Erbschaft an den Ausschlagenden als nicht erfolgt. Die Betroffenen haften dann auch nicht für die anfallenden Beerdigungskosten.

Schließt ein Dritter (z. B. ein Angehöriger des Verstorbenen) mit dem Bestattungsunternehmer einen Vertrag über die Durchführung der Beerdigung, ohne dass dieser Erbe ist, so haftet er gegenüber dem Bestattungsunternehmen persönlich. In diesem Fall hat der Bestattungsunternehmer gegen die Erben keinen Zahlungsanspruch. Allerdings kann der Dritte von den Erben die Erstattung oder die Übernahme der Kosten verlangen.

Übernahme der Bestattungskosten durch Unterhaltsverpflichtete

Die Beerdigungskosten hat vorrangig der Erbe zu tragen. Ist der Erbe dazu nicht in der Lage oder ist kein Vermögen vorhanden, muss im Falle des Todes des Unterhaltsberechtigten der Unterhaltsverpflichtete (z. B. die Eltern oder die Kinder des Verstorbenen) die Kosten übernehmen. Das gilt auch bei Eheleuten, selbst wenn sie getrennt leben, und eingetragenen Lebenspartnern.

Der Unterhaltsverpflichtete muss nur dann die Beerdigungskosten tragen, wenn er leistungsfähig ist. Der Anspruch kann dann ausgeschlossen sein, wenn der Unterhaltsberechtigte seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt hat.

 

Hat der Unterhaltsverpflichtete die Kosten gezahlt, obwohl der Erbe sie hätte zahlen müssen, kann er vom Erben Kostenersatz verlangen.