Versorgung der ehelichen Kinder

  • Sinnvoll kann es sein, bereits zu Lebzeiten Vermögen auf Ihre Kinder zu übertragen. Damit erhalten Ihre Kinder Zuwendungen zu einer Zeit, zu der Sie es für ein Studium, für den Aufbau einer eigenen beruflichen Existenz oder die Gründung einer Familie benötigen. Die Zuwendungen zu Lebzeiten auf Ihre Kinder erfolgen in der Regel als Schenkung oder als Ausstattung.
  • Denken Sie daran, dass eine Schenkung zu Lebzeiten Pflichtteilsergänzungsansprüche auslösen kann. Dagegen begründet eine Ausstattung keinen Pflichtteilsergänzungsanspruch, soweit sie nicht im Übermaß gewährt wurde.
  • Wenn Sie Ihren Kindern zu Lebzeiten Vermögen übertragen, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie Ihr Vermögen verlieren. Prüfen Sie also, ob Sie auf das Vermögen verzichten können. Prüfen Sie auch, ob Sie die Vermögensübertragung von einer Gegenleistung abhängig machen wollen, indem Sie sich insbesondere Nutzungsvorbehalte, Versorgungsleistungen, einen Erb- und Pflichtteilsverzicht, Abfindungs- und Ausgleichszahlungen, die Übernahme von Schulden oder Rückforderungsansprüche vorbehalten wollen.
  • Einem Kind können Sie Vermögen auch durch ein Rechtsgeschäft unter Lebenden auf den Todesfall übertragen. In Betracht kommen insbesondere Verträge zugunsten Dritter in Form von Lebensversicherungen. Der Begünstigte erhält die Zuwendung erst mit Ihrem Tod. Die Zuwendung fällt nicht in den Nachlass.
  • Über eine Lebensversicherung können Sie insbesondere ein Kind versorgen, wenn Sie befürchten müssen, dass es wegen des betreffenden Kindes zu Streitigkeiten innerhalb der Erbengemeinschaft kommen wird. In diesem Fall können Sie das Kind durch eine Verfügung von Todes wegen enterben. Ihm steht dann sein Pflichtteil gegen die Erben zu.
  • Im Wege des Erbrechts erfolgt die Versorgung der Kinder kraft Gesetzes dahingehend, dass sie gesetzliche Erben sind. Kraft Ihrer Testierfreiheit können Sie von der gesetzlichen Erbfolge abweichen und durch eine Verfügung von Todes wegen andere Anordnungen treffen. Durch den Pflichtteil wird allerdings Ihren Abkömmlingen ein Mindestanteil an Ihrem Nachlass garantiert.
  • Ihre Kinder sind gesetzliche Erben erster Ordnung. Sie schließen alle anderen Verwandten von der Erbfolge aus. Sind mehrere Kinder vorhanden, so erben sie zu gleichen Teilen. Neben dem überlebenden Ehegatten erben die Kinder beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft die Hälfte des Nachlasses.
  • Wollen Sie Ihre Kinder von der gesetzlichen Erbfolge abweichend versorgen, müssen Sie ein Testament errichten oder einen Erbvertrag abschließen. Von Bedeutung wird in diesem Zusammenhang sein, wie Sie neben Ihren Kindern Ihren Ehegatten versorgen wollen.
  • Mit dem Berliner Testament, in dem sich die Ehegatten gegenseitig als Erben einsetzen und bestimmen, dass nach dem Tod des Überlebenden der beiderseitige Nachlass an die Kinder fallen soll, können Sie mittelbar die Versorgung Ihrer Kinder gewährleisten, weil der überlebende Ehegatte an die getroffenen Verfügungen gebunden ist.
  • Wenn Ihr Ehegatte von den Erträgen des Nachlasses (z.B. Mieteinnahmen, Zinserträge) leben kann, kann es sinnvoll sein, Ihren Ehegatten als Vorerben und Ihre Kinder als Nacherben einzusetzen.
  • Wenn Ihr Ehegatte über ein großes Vermögen verfügt und imstande ist, seinen angemessenen Unterhalt aus eigenem Vermögen zu bestreiten, sollten Sie aus erbschaftsteuerlicher Sicht Ihr Vermögen schon beim ersten Erbfall Ihren Kindern überlassen. Damit vermeiden Sie, dass zweimal Erbschaftsteuer fällig wird.
  • Wenn Sie ein großes Vermögen haben, ist es unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll, den Nachlass auf Ihren Ehegatten und Ihre Kinder zu verteilen. Damit können Sie die persönlichen Freibeträge optimal ausnutzen und der progressiven Staffelung der Steuersätze entgegen wirken.
  • Unter Umständen kann es sinnvoll sein, Ihre Kinder als Erben einzusetzen und Ihren Ehegatten durch Zuwendung eines Vermächtnisses zu versorgen.
  • Aufgrund Ihrer Testierfreiheit können Sie Ihre Kinder auch als Alleinerben einsetzen und Ihren Ehegatten enterben. Ihrem Ehegatten verbleibt dann der Pflichtteil und der Anspruch auf Ausgleich des Zugewinns beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Die Verteilung des Nachlasses unter Ihren Kindern steht in Ihrem Belieben; Sie können Kinder bevorzugen oder benachteiligen. Gegebenenfalls steht dem jeweiligen Kind sein Pflichtteil bzw. Pflichtteilsrestanspruch zu. 

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