Presseartikel

Streit in der Erbengemeinschaft – Kinder werfen Witwe aus dem Haus (vom 25.03.2011)


Stirbt der Ehemann, möchte seine Witwe weiter im Familienheim leben, seine zwei Kinder jedoch das Haus lieber verkaufen und den Erlös teilen. Streit ist vorprogrammiert und der Familienfrieden nachhaltig gestört. Führen die Kinder eine Teilungsversteigerung durch, ist die Witwe nicht abgesichert und muss letztendlich ausziehen.

Die Rechtslage ohne Verfügung von Todes wegen

Wenn der Ehemann ohne Testament oder Erbvertrag stirbt, wird er von seinen gesetzlichen Erben beerbt. Die Witwe bildet gemeinsam mit den zwei Kindern eine Erbengemeinschaft mit der Folge, dass der Nachlass des Ehemann gemeinsames Vermögen wird. Die Kinder können jederzeit von der Witwe die Erbauseinandersetzung verlangen. Sind sie sich einig, kann ein Erbauseinandersetzungsvertrag geschlossen werden und die Aufteilung des Erbes wird friedlich über die Bühne gehen. Können sich die Witwe und die zwei Kinder nicht über die Verwertung des Hauses einigen, besteht für die Witwe die Gefahr, dass die Kinder eine Teilungsversteigerung beantragen und die Witwe aus dem Familienheim ausziehen muss, wenn sie selbst das Familienheim nicht ersteigern kann.

Die Rechtslage mit einer Verfügung von Todes wegen

Diese Situation wäre mit großer Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen, wenn der Erblasser seine Ehefrau in einem Testament als Alleinerbin eingesetzt hätte. Die enterbten Kinder hätten dann einen Pflichtteilsanspruch gegen die Witwe gehabt. Dieser beträgt zum einen nur die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils und ist zum anderen ein reiner Zahlungsanspruch. Aber auch diese Pflichtteilsansprüche hätten die Witwe in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, wenn sich im Nachlass –abgesehen von dem Familienheim- keine Vermögenswerte befunden und sie ihre Kinder nicht hätte „auszahlen“ können.

Jan Bittler, Geschäftsführer der DVEV und Fachanwalt für Erbrecht erläutert dazu: „Zum Schutz der Witwe hätten die Ehegatten z.B. mit den Kindern Pflichtteilsverzichtsverträge vereinbaren oder in einem sog. Berliner Testament Verwirkungs- und Strafklauseln aufnehmen können. Die Inanspruchnahme des Pflichtteils kann dadurch für Kinder so unattraktiv wie möglich gemacht werden“.


Weitere Informationen über das gesetzliche Erbrecht der Verwandten und des Ehegatten beinhaltet auch die Broschüre „Erben und Vererben“ des Bundesministeriums der Justiz, kostenlos zum Download unter www.bmj.de und die Homepage des DVEV unter www.erbrecht.de.

 
Internetseiten:
www.erbrecht.de
http://www.bmj.bund.de/files/-/947/erben_vererben_120210.pdf


Meldung vom 25.03.2011

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