Presseartikel

Immobilien richtig vererben - Bei Immobilien sollte die Vermögensnachfolge sorgfältig geplant werden (vom 28.04.2011)


Obwohl viele sich schon in jungen Jahren mit der Anschaffung der eigenen vier Wände beschäftigen, sind Immobilien bei der Nachlassplanung oft unzureichend oder gar nicht berücksichtigt. „Die Bindung an ein eigenes Haus ist besonders groß und man möchte es gerne unbeschadet an die nächste Generation weitergeben“ stellt Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Jan Bittler, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. (DVEV) fest. Um den Erhalt einer Immobilie in der eigenen Familie zu sichern, sollte man schon beim Erwerb einige Grundregeln beachten.

Jeder Ehegatte ins Grundbuch

Jeder, der eine Immobilie erwirbt, lässt sich im Regelfall auch ins Grundbuch als Eigentümer eintragen. Doch gerade bei Ehepaaren steht oft nur ein Gatte im Grundbuch, obwohl beide Eheleute die Immobilie wirtschaftlich als die Ihrige ansehen und insbesondere die Belastungen von beiden getragen werden. Damit ist aber im Erbfall der Ärger vorprogrammiert, denn nur der Eintrag im Grundbuch ist vor dem Gesetz auch ein sicherer Eigentumsnachweis. Der überlebende Ehegatte muss hinnehmen, dass sein Anteil an den Belastungen nicht beachtet wird, weil das gesamte Grundstück und in den Nachlass fällt. Der Ehegatte sollte unbedingt auf seine Eintragung beim Erwerb bestehen.

Erbengemeinschaft vermeiden

Wenn eine Immobilie an eine Erbengemeinschaft geht, besteht die Gefahr, dass sie unter den Hammer kommt. Verlangt nämlich einer der Erben die Auseinandersetzung und können die Miterben das Geld nicht aufbringen, muss die Immobilie auf Grund der Ausgleichspflicht versteigert werden. Auch durch Pflichtteilsansprüche kann es zu einer Versteigerung des Eigentums kommen. Dabei wird aber in der Regel nur zwischen 60%-70% des tatsächlichen Wertes der Immobilie erzielt. „Um das zu vermeiden, sollte man frühzeitig einen Nachfolgeplan erstellen“, rät Jan Bittler. „Eine individuelle Nachfolgeregelung für die Immobilie ist rechtlich möglich und verhindert im Erbfall eine kostspielige und wertmindernde Auseinandersetzung“.

Erbschaftsteuer sparen

Nach steuerlichen Gesichtspunkten stellt sich dabei oft eine Schenkung als vorteilhaft heraus, da alle zehn Jahr der Freibetrag  erneut geltend gemacht werden kann. „Doch wer sein Haus verschenkt, gibt auch wichtige Rechte auf“, warnt Jan Bittler, „so liegen dann unter Umständen die Aufnahme von Hypotheken und der Verkauf der Immobilie im Ermessen des Beschenkten. Allerdings lassen sich auch Bedingungen, wie ein lebenslanges Wohnrecht oder eine Rente an die Schenkung knüpfen.“ Um Steuern, die beim Verschenken oder Vererben anfallen zu berechnen, wird der Verkehrswert einer Immobilie ermittelt.

Weitere Informationen zum Thema Erbrecht und Vermögensnachfolge sind auf der Homepage der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. www.dvev.de und www.erbrecht.de sowie auf der Homepage des Bundesjustizministerium (www.bmj.de) und der Justizministerien der Länder zu finden.


Meldung vom 28.04.2011
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