Presseartikel

Gerichtlich bestellter Betreuer oder Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung? - Für den Notfall gerüstet sein! (vom 26.05.2011)


Aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr selbst handeln oder seinen Willen äußern zu können, ist für viele die schlimmste Lage, die sie sich vorstellen können. Oft wird fälschlich angenommen, dass der Ehepartner durch die Heirat oder die Familie auf Grund der Abstammung automatisch vertretungsberechtigt sind, also z.B. den Aufenthaltsort bestimmen oder Geldgeschäfte abwickeln können. Dem ist nicht so. Wer nicht rechtzeitig vorbeugt muss sich staatliche Einmischung in der Person eines vom Gericht bestellten Betreuers gefallen lassen.


In einem solchen Fall werden alle Entscheidungen, die einen betreffen, durch einen vom Betreuungsgericht bestellten Betreuer gefällt. Dessen Entscheidungen stimmen aber nicht unbedingt mit dem Willen des Betreuten überein, da der Betreuer den Betreuten, seine Wünsche und seine Lebenseinstellung oft gar nicht kennt. Der Betreuer handelt so, wie er es auf Grund der gesetzlichen Vorgaben für das Wohl des Betreuten am Besten hält. „Es ist ratsam bereits im Vorfeld, zu guten Zeiten, selbst einen Bevollmächtigten oder einen Betreuer zu bestimmen und mit ihm seine Vorstellungen und Wünsche zu besprechen. So verschafft man seinem eigenen Willen Geltung. Das bietet sich nicht nur für die Personensorge, sondern auch für die Vermögenssorge an“, rät Jan Bittler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensvorsorge e.V. (DVEV). „Der Ratsuchende kann sich durch eine Vorsorgevollmacht absichern“.

Die Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmt man seinen Bevollmächtigten selbst. So geht man sicher, dass nur die Person, der man vertraut, die notwendigen Entscheidungen trifft. Mit der Vorsorgevollmacht lässt sich festlegen, in welchem Umfang der Bevollmächtigte handeln darf. So kann vorgeschrieben werden, wie das Vermögen zu verwalten ist oder in welches Krankenhaus oder Pflegeheim man eingeliefert werden soll und welche Therapien und Behandlungsmethoden angewandt werden sollen. Bei der Auswahl eines möglichen Bevollmächtigten sollte man für den Fall, dass der Auserwählte verhindert ist, vorsichtshalber Alternativen angeben. Es ist auch möglich für die einzelnen Aufgabenbereiche verschiedene Personen zu bestellen. So könnte z.B. die Vermögenssorge – alle Geldgeschäfte – von der im Umgang mit Geld erfahrenen tüchtigen Nichte erledigt werden und die Bestimmung des Aufenthaltsorts durch den Sohn vor Ort erfolgen.

Patientenverfügung

Während sich die Vorsorgevollmacht an die Vertragspartner richtet, wendet sich die Patientenverfügung direkt an den behandelnden Arzt. Man legt schon im Vorfeld seine Behandlungswünsche fest. § 1901a BGB beschreibt die Patientenverfügung als schriftliche Festlegung einer volljährigen Person die vorausschauend in bestimmte ärztliche Behandlungen einwilligt oder sie ablehnt. „Eine Patientenverfügung kann z.B. besonders wichtig sein, wenn man in ein irreversibles Koma gefallen ist und keine weiteren lebenserhaltende Maßnahmen mehr wünscht“ erklärt Jan Bittler. „Aber auch wenn man eine Maximalbehandlung will, sollte man das schriftlich niederlegen.“

Detailliert festlegen

Späabcens dann, wenn bereits ein Krankheitsverlauf abzusehen ist, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man in Absprache mit seinem behandelnden Arzt und seinem Anwalt die entsprechenden Verfügungen treffen sollte. „Dabei ist es wichtig, dass man seinen Willen möglichst detailliert und auf die entsprechende Situation abgestimmt, festhält“ erklärt Jan Bittler, „denn um so präziser die Beschreibung ist, um so deutlicher kann der Arzt und der Bevollmächtigte den Willen des Patienten erkennen.“

Weitere Informationen zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sowie Broschüren zum Download sind auf der Homepage des Bundesjustizministerium (www.bmj.de) sowie der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (www.dvev.de und www.erbrecht.de) zu finden.


Meldung vom 26.05.2011

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