Presseartikel

Streit um das Grab: Von wegen Totenruhe!


Immer wieder kommt es nach einem Todesfall zwischen Angehörigen zum Streit über die Bestattung. Wie soll die Bestattung durchgeführt werden und wer muss - bzw. darf - die zukünftige Grabpflege übernehmen?


Juristisch gesehen geht es hier um das Recht der Totenfürsorge. Dies umfasst die Befugnis, den Ort der letzten Ruhestätte, die Einzelheiten der Beerdigung sowie die weitergehende Grabpflege zu regeln. In erster Linie steht dieses Recht dem Verstorbenen selbst zu. Er kann dies zum Beispiel durch den Erwerb einer letzten Ruhestätte und Abschluss eines Bestattungsvorsorgevertrages sowie eines Grabpflegevertrages selbst ausüben. „Diese Regelungen in einem Testament zu treffen ist wenig sinnvoll, da dieses erfahrungsgemäß frühestens 6 Wochen nach dem Tod und damit weit nach einer Bestattung eröffnet wird“, gibt Jan Bittler, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DVEV) zu bedenken. „Besser ist es beispielsweise einen Vorsorgebevollmächtigten mit der Überwachung der Beerdigung zu beauftragen“.

Hatte der Verstorbene selbst keine Anordnungen getroffen, so liegt das Recht der Totenfürsorge bei den nächsten Angehörigen. Hier steht der Ehegatte sowie der eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner an erster Stelle. Danach kommen in der Rangfolge die Kinder, die Eltern, die Geschwister, die Nichten und Neffen. Sind sich allerdings mehrere Kinder uneinig, so gilt nicht etwa der Wille der Mehrheit. Der Verstorbene ist dann in „ortsüblicher Weise“ zu bestatten. Diese Rangfolge gilt auch, wenn die Angehörigen selbst nicht Erbe werden. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass ein testamentarisch bestimmter Erbe auch das Totenfürsorgerecht inne hat.

„Soll eine Person vom Totenfürsorgerecht ausgeschlossen werden, so muss dies unbedingt klar und deutlich im Vorfeld geregelt sein“, erläutert Bittler. Er weist hier ausdrücklich auf die Entscheidung des Amtsgericht Grevenbroich (NJW 1998, 2063) hin, wonach die Ehefrau des Verstorbenen ihrer Schwiegermutter gerichtlich untersagte Schnittblumen auf das Grab zu stellen, ebenso auf die Entscheidung des OLG Karlsruhe (ZEV 2000, 447), nach der der Tote noch nach 3 Jahren Ruhezeit umgebettet werden musste.

Meldung vom 20.07.2011
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